Rollenoffsetdruck

Leitfaden für Druck & Stoffe

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Was sich wirklich unterscheidet

Die meisten denken, der Unterschied zwischen Rollenoffset und anderem Druck liegt in der Maschine. Das stimmt nicht. Der Unterschied ist das Papier: Eine durchlaufende Rolle läuft durch die Presse, keine einzelnen Bögen. Schnell genug, dass tausende identische Exemplare fertig sind, bevor eine kurze Auflage anderswo überhaupt eingerichtet wäre. Das ist die Verschiebung. Platten, Farbe, Farbwerke: alles funktioniert wie bei einer Bogenoffsetpresse.

Für uns kommt Rollenoffset nur bei der Papierseite eines Projekts ins Spiel. Kataloge, Produktguides, Verpackungsbeilagen: das gedruckte Material, das die Produkte begleitet, nicht die Produkte selbst.

Rolle statt Bogen

Der Grundprozess ist normaler Offsetdruck: Das Design geht von einer Platte auf ein Gummituch, das dann auf das Papier druckt. Anders ist das Format des Trägermaterials. Eine durchlaufende Bahn bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit durch die Presse, oft beidseitig gleichzeitig bedruckt. Die Farbe baut sich in CMYK-Schichten auf, eine pro Farbwerk. Der Passer, also die Ausrichtung der Schichten zueinander, hält sich automatisch durch den ganzen Lauf.

Stimmt der Passer nicht, driften die Farben über den ganzen Lauf auseinander, nicht nur auf einem Bogen. Genau das soll die Automatik verhindern. Deshalb dauert die Einrichtzeit vor einem Lauf so lange, wie sie dauert.

Trocknen, Schneiden, Verarbeiten in einem Durchgang

Nach dem Druck läuft die Bahn durch eine Trockeneinheit. Beim Heatset verdunstet heiße Luft die Lösungsmittel der Farbe. Beim Coldset saugt unbeschichtetes Papier die Farbe direkt auf, ohne Hitze. So oder so wird die Bahn danach im selben Durchgang geschnitten, gefalzt und fertiggestellt. Am Ende kommt ein fertiges Produkt heraus, kein Stapel Bögen, der auf die nächste Maschine wartet.

Papier, keine Produkte

Rollenoffset deckt papierbasiertes Material in großen Mengen ab: Zeitschriften, Zeitungen, Kataloge, Direktwerbung, Broschüren, Bücher. In einem Merchandising-Betrieb heißt das: das Material rund um ein Projekt, der Guide, der das Sortiment erklärt, die Beilage im Paket, nicht das Sortiment selbst. Es druckt nicht auf Kleidung. Es druckt nicht auf harte Produkte. Braucht es ein Logo auf einer Jacke oder eine Gravur auf einer Flasche, ist das nicht der richtige Prozess, und das sagen wir lieber, als es zu erzwingen.

Wo die Kosten sinken, und wo nicht

Geschwindigkeit und Volumen sind die Vorteile. Die durchlaufende Zufuhr und die Verarbeitung im selben Durchgang bedeuten: große Mengen sind in einem Bruchteil der Zeit fertig, die ein Bogenlauf brauchen würde. Der Stückpreis sinkt mit dem Volumen. Einmal kalibriert, hält die Presse die Farbe über einen langen Lauf stabil, und sie verarbeitet ein breites Spektrum an Papiergewichten ohne Probleme.

Das hilft keinem Kunden, der nächste Woche ein paar hundert Kataloge braucht. Die Einrichtung, eine Platte pro Farbe, eine echte Einrichtzeit, bevor der erste gute Bogen kommt, zahlt sich nur bei Mengen aus, bei denen sich diese Kosten dünn verteilen. Unter dieser Schwelle ist Digitaldruck die ehrliche Antwort. Kein kleinerer Lauf desselben Prozesses.

Wann wir es einsetzen, und wann nicht

Rollenoffset verdient seinen Platz, wenn der Auftrag papierbasiertes Material in großer Menge ist und das Design zwischen den Läufen gleich bleibt. Neues Artwork bedeutet neue Platten, also ist es nicht das Format für alles Personalisierte oder mitten im Lauf Geänderte. Kurze Läufe, variable Daten, einzelne Verpackungen: das macht der Digitaldruck besser.

Rolle statt Bogen. Trocknen und Verarbeiten in einem Durchgang. Nur Papier und Karton. Volumen als einziger Hebel für den Preis. Das ist der Platz von Rollenoffset in einem Merchandising-Betrieb. Und die Frage dahinter: Ist der Lauf groß genug, damit sich die Einrichtung lohnt, oder wäre Digitaldruck die bessere Wahl.